Geschichte

Wie bei vielen anderen Musikkapellen gibt es auch in Peilstein keine genauen Daten zur Gründung der Musikkapelle. Jedoch weiß man, dass der Musikverein seit etwa 1830 besteht. Wahrscheinlich hat es schon vorher eine Musikkapelle gegeben, doch ist dies nicht nachzuweisen und auch der mündlichen Überlieferung nicht zu entnehmen.

Von 1900 bis nach dem Ersten Weltkrieg gehörte die Musikkapelle Peilstein zum Veteranerverein. Sie trug auch dessen Uniform, zusätzlich mit weißen Federbuschen und weißer Schützenschnur versehen.

Nach dem Ersten Weltkrieg war es um die Musik in Peilstein sehr schlecht bestellt. Es gab 2, relativ kleine, konkurrierende Kapellen. Die des katholischen Gesellenvereins, auch „Himmlische“ oder „Kolpingmusik“ genannt und die „Höllische“ Marktmusikkapelle. Der damalige Kooperator Barabasch, wollte das ändern und führte die beiden Kapellen zusammen. Das ging einige Jahre gut, doch als er Peilstein verließ spaltete sich der Klangkörper wieder auf.

In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gab es die Marktmusikkapelle, welche nicht sehr eifrig war, und die Gesellenvereinsmusik, wo die Kameradschaft besser war und auch junge Musiker ausgebildet wurden. Ein Schlüsselereignis war das Begräbnis eines aktiven Musikers, bei dem sowohl die Marktmusikkapelle als auch die Gesellenvereinsmusik spielte. Es war ein Akt der Rivalität. Als der Sarg ins Grab gelegt wurde, spielte die Marktmusik das Trio des Freudesgrabmarschs, bei welchem das Trompetennsolo so daneben gegangen ist, dass die ganze Musik aufhören musste zu spielen. Nach dieser Blamage ist die Marktmusik nie mehr wieder ausgerückt.

In der Folge hat die Kolpingmusik alle Veranstaltungen musikalisch umrahmt. Doch im Jahr 1939 beschlagnahmte ein Kommando der Nationalsozialisten die Instrumente und löste den Verein auf. Während dem Krieg wurden die Instrumente gelagert und überstanden ihn auch einigermaßen gut.

Schon bald wurde wieder eine Marktmusikkapelle ins Leben gerufen, welche in der Obermühle ihre Proben abhielt, nicht zuletzt deswegen, weil es dort Most zu trinken gab.

Im Laufe der vergangenen Jahre und Jahrzehnte erfolgte eine stetige Weiterentwicklung. Das Klangspektrum wurde durch Ankauf von neuen Instrumenten erweitert und im vorigen Jahr wurde ein eigenes Probelokal errichtet.

Nunmehr besteht der Verein seit 180 Jahren und die Anzahl der aktiven Musiker stieg stetig an, sodass der Verein aktuell aus ca. 60 Musikanten besteht.